Antworten auf die Fragen, die uns zu Photovoltaikmodulen, Sanierungsreihenfolge, Kosten und Fassaden-Photovoltaik am häufigsten begegnen. Die Antworten fassen unsere Ratgeber zusammen; Rechtsangaben verlinken direkt auf den Gesetzestext oder die zuständige Stelle. Sie ersetzen keine Beratung vor Ort.
Reihenfolge der Sanierung
Photovoltaik oder Dämmung zuerst?
Alles, was das Dach selbst betrifft, gehört vor die Montage der Module. Alles, was den Heizwärmebedarf deutlich verändert, gehört vor die Auslegung einer neuen Heizung, insbesondere einer Wärmepumpe. Fassade, Kellerdecke und Fenster lassen sich vor oder nach der Solaranlage erneuern. Ausführlich im Ratgeber.
Lohnt sich eine Solaranlage auf einem ungedämmten Haus?
Ja, der Stromertrag hängt nicht von der Dämmung ab. Problematisch wird es nur, wenn das Dach selbst in absehbarer Zeit saniert werden muss, weil die Module dann wieder herunter müssen.
Muss ich beim Neudecken des Dachs dämmen?
Bei Wohngebäuden in der Regel ja: Ersatz oder Neuaufbau der Dachdeckung samt Lattung und Verschalung ist in Anlage 7 GModG aufgeführt, der Höchstwert für Steildächer liegt bei 0,24 W/(m²K). Ausnahmen bestehen für kleine Teilflächen bis 10 Prozent; weitere Ausnahmen sollte eine Energieberatung im Einzelfall prüfen.
Was bringt ein individueller Sanierungsfahrplan?
Der iSFP ordnet alle Maßnahmen eines Hauses in eine sinnvolle Abfolge und ist Voraussetzung für die höhere Ausgabengrenze und den Bonus beim BAFA. Wer Dach, Heizung und Solaranlage über mehrere Jahre verteilt, bekommt damit eine belastbare Reihenfolge.
Module und Datenblatt
Lohnt sich ein Modul mit höherem Wirkungsgrad immer?
Nur wenn die Fläche knapp ist. Auf großen Dächern zählt der Preis je kWp einschließlich Montage mehr als der Wirkungsgrad. Rechnen Sie beide Varianten mit derselben Dachbelegung durch.
Sind Glas-Glas-Module die bessere Wahl?
Sie sind schwerer, gelten aber als robuster gegen Hagel und Feuchte; die Verbraucherzentrale empfiehlt sie deshalb. Prüfen Sie vorab, ob die Dachstatik das zusätzliche Gewicht trägt.
Was bedeutet „Wp“ im Datenblatt?
Watt Peak ist die Leistung unter Standard-Testbedingungen. Sie dient dem Vergleich zwischen Modulen, nicht der Ertragsprognose; dafür braucht es Standort, Ausrichtung, Neigung und Verschattung.
Kann ich Module verschiedener Hersteller mischen?
Technisch ist das möglich, wenn die elektrischen Werte zum Wechselrichter und zum jeweiligen Strang passen. Module mit abweichenden Kennwerten im selben Strang bremsen sich jedoch gegenseitig aus. Bei Erweiterungen sollte der Installateur die Stringplanung neu rechnen.
Kosten und Förderung
Kann ich die Solaranlage über das BAFA fördern lassen?
Die BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen richtet sich an Gebäudehülle, Anlagentechnik und Heizungsoptimierung. Für Module und Speicher bis 30 kWp wirkt stattdessen der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG. Ob Land oder Kommune eigene Programme anbieten, ist regional sehr unterschiedlich.
Wie vergleiche ich Angebote fair?
Teilen Sie den Gesamtpreis der betriebsfertigen Anlage durch ihre Nennleistung (Euro je kWp) und prüfen Sie, was jeweils enthalten ist: Unterkonstruktion, Wechselrichter, Gerüst, Elektroarbeiten, Zählerplatz, Anmeldung beim Netzbetreiber. Angebote für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden sollten mit null Prozent Umsatzsteuer ausgewiesen sein.
Photovoltaik an der Fassade
Brauche ich für Module an der Hauswand eine Baugenehmigung?
Das regelt die Bauordnung Ihres Bundeslands, für Baudenkmäler zusätzlich das Denkmalrecht. Das Merkblatt der Fachkommission Bauaufsicht geht davon aus, dass PV-Anlagen unter Umständen verfahrensfrei errichtet werden dürfen. Verfahrensfrei heißt aber nicht regelfrei: Brandschutz und Standsicherheit müssen trotzdem eingehalten werden.
Kann ich Module direkt auf ein Wärmedämmverbundsystem schrauben?
Nein, die Lasten müssen in den tragenden Untergrund geleitet werden. Zudem kann die Montage Brandsperren des Dämmsystems beeinträchtigen; in den Gebäudeklassen 4 und 5 deckt der Nachweis des Dämmsystems die Kombination nach dem Merkblatt nicht ab.
Lohnt sich eine Nordfassade?
In aller Regel nicht für die Stromerzeugung, weil dort kaum direkte Sonne ankommt. Ost-, West- und Südfassaden sind die sinnvollen Kandidaten; eine standortbezogene Simulation zeigt, ob sich die Fläche trotz Verschattung rechnet.
Ersetzt eine PV-Fassade die Wärmedämmung?
Nein. Ein hinterlüftetes Modul schützt die Wand vor Witterung, senkt aber den Wärmeverlust nicht nennenswert. Wer dämmen muss oder will, plant die Dämmung als eigene Schicht und die Module davor.
Begriffe wie U-Wert, iSFP oder Temperaturkoeffizient erklärt das Glossar.